Cannabis Consumer Tracker

Cannabis Tracker

20.04.2023

Legal egal? Consumer Tracker untersucht Einstellung der Deutschen zur Cannabis-Legalisierung

Deutschland läuft sich warm: Das Bundeskabinett stellt eine Cannabis-Legalisierung bereits 2024 in Aussicht. Deutschland könnte einer der weltweit größten Märkte für Cannabis werden. Zahlreiche Anbieter bringen sich in Stellung, die Konsument:innen fühlen sich jedoch erstaunlich uninformiert. Jede:r zweite Deutsche befürwortet die anstehende Legalisierung von Cannabis, 82 % wissen aber nicht genug darüber. Heute, am 20. April, ist Welt-Cannabis-Tag: Wie die Stimmung der Deutschen aktuell aussieht und sich in Zukunft verändern wird, fängt der Cannabis Consumer Tracker des Marktforschungsinstituts Facit Research und Cannabis Systems, eine Tochter der WEFRA LIFE Gruppe, ein.

München, den 20. April 2023 — Bis zu drei Cannabis-Pflanzen in der eigenen Wohnung, der Verkauf von maximal 25 Gramm über gemeinschaftliche Vereine und Modellregionen, in denen der Handel über Fachgeschäfte getestet wird: Das sind die aktuellen Pläne der Bundesregierung zur Cannabis-Legalisierung, die Gesundheitsminister Lauterbach am 12. April veröffentlicht hat. Schreitet die Legalisierung weiter voran, könnte Deutschland zu einem der größten Märkte für Cannabis werden. Die Anbieter machen sich bereit, doch die potenziellen Käufer:innen sind noch erstaunlich uninformiert, wie der Cannabis Consumer Tracker von Facit Research und Cannabis Systems aufdeckt.

In einer repräsentativen Online-Erhebung befragt das zur Mediaplus Group gehörige Marktforschungsinstitut seit Ende Februar monatlich rund 1.000 Deutsche zwischen 16 und 64 Jahren zur Cannabis-Legalisierung: Wie sind Einstellung und Wissensstand im Land, wie informieren sich Verwender:innen, wie sprechen Unternehmen potentielle Käufer:innen an, welche Argumente ziehen und welche nicht? Der Tracker ist aktuell das einzige Studienformat, das Daten dieser Art in Deutschland kontinuierlich erhebt und die Veränderung im Laufe der Zeit aufzeigt – im Zeitraum vor der Legalisierung bis hin zur finalen gesetzlichen Regelung. Im Fokus stehen drei Typen: jüngere versus ältere Menschen, Verbraucher:innen, die für oder gegen die Legalisierung sind, und schließlich potenzielle Zielgruppen, die Cannabis zum Genuss oder rein medizinisch verwenden wollen.

Erste Ergebnisse: Befürwortung trotz Informationslücke

Das Potenzial für ein massiv wachsendes Marktsegment ist groß: Ein Drittel aller Befragten würde zu Genuss- und medizinischen Zwecken mindestens ein Cannabis-Produkt kaufen. Marihuana wahrscheinlich konsumieren würden zudem knapp 44 % der jüngeren Befragten zwischen 18 und 39 Jahren und sogar 57 % der 40- bis 64-Jährigen. Menschen, die angeben, Cannabis sowohl zum Genuss als auch für medizinische Zwecke (34 %) zu verwenden, sind neben den reinen Genuss-Konsument:innen (2 %) in der Überzahl.

Trotz des positiven Stimmungsbildes fühlen sich 82 % der Befragten aktuell nicht gut informiert über die anstehende Cannabis-Legalisierung. Über die Hälfte der Befragten empfindet sogar die gesetzliche Grundlage als unklar. Und 55 % geben an, nicht ausreichend Zugang zu Informationen über medizinisches Cannabis zu haben.

„Zahlreiche Anbieter drängen bereits auf die Erschließung des neuen Markts und pochen auf ihr Stück vom Kuchen. Dabei übersehen sie, dass die Informationsbasis noch gar nicht stimmt. Vor Markterschließung kommt Informationsverbreitung. Seriöse Infokampagnen zur Cannabis-Legalisierung und -Verwendung seitens Bundesregierung und Anbietern sind gefragt, um potentielle Konsument:innen einzufangen. Denn mehr als die Hälfte der Befragten steht dem Thema aktuell skeptisch gegenüber. Hier lohnt es sich anzusetzen“, so Jens Barczewski, General Manager bei Facit Research und Leiter des Mediaplus Insights Team.

Die richtigen Informationsquellen nutzen

Bei der Entscheidungsfindung, wann und wie medizinisches Cannabis einzusetzen ist, schreiben die Befragten öffentlichen Studienergebnissen die höchste Relevanz zu. Mehr als ein Drittel (35 %) der Älteren und Befürwortenden wünscht sich zudem technologische Unterstützung bei der Entscheidung. 36 % der Befürworter:innen setzen außerdem auf Empfehlungen aus der Pharmaindustrie. Bei der Eigen-Recherche zum Thema stehen Webseiten und Suchmaschinen bei 70 % der Befragten hoch im Kurs, dicht gefolgt von Arztpraxen und Apotheken (69 %). Auf E-Mails und Newsletter verzichten Interessierte lieber.

Anbieter und Regierung müssen Sorgen der Deutschen auflösen

Sorgen machen sich die Deutschen um den steigenden Konsum in der Gesamtbevölkerung und dass Nebenwirkungen möglicherweise unterschätzt werden. Gegner:innen der Legalisierung fürchten vor allem einen steigenden Konsum bei Minderjährigen (86 %). Auch die Nebenwirkungen beschäftigen die Deutschen: Der Großteil aller drei Zielgruppen glaubt, dass eine höhere THC-Menge zu großen gesundheitlichen Risiken führt. Die Mehrheit formuliert deshalb einen klaren Arbeitsauftrag an die Bundesregierung: Sie ist in der Pflicht, Präventionsarbeit und Suchthilfe zu leisten oder auszubauen und Vorurteile abzuschaffen. Auch potenzielle Anbieter sollten sich daran machen, diese Sorgen zu entkräften.

Informationsbedürfnis auch bei medizinischem Cannabis

„Die Chancen für Cannabis-Anbieter stehen dennoch gut. Die Bevölkerung zeigt sich gegenüber medizinischem Cannabis offen, jedoch geben nur 45 % an, genug Infos darüber zu haben. Das zeigt deutlich, dass hier Nachholbedarf besteht. Eine gezielte Ansprache und transparente Aufklärung kann die Akzeptanz der therapeutischen Anwendung weiter erhöhen und in die breite Masse bringen", erklärt Niklas Kurz, Geschäftsführer und COO der WEFRA LIFE Gruppe. „Mit dem Tracker bleiben wir an der Stimmung in der Bevölkerung dran und zeigen Unternehmen kontinuierlich auf, wie sie die Menschen abholen können.“

Am 24. Mai stellen Facit Research und WEFRA LIFE die Studie auf der CannabisCon der dfv Conference Group in Frankfurt vor. 

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Sabrina Alberti-Hager
Sabrina Alberti-Hager
Serviceplan Group
Corporate Communications
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