Die zwölfte Ausgabe von TWELVE liefert ein Bewusstsein für mehr Miteinander und dem Denken in Möglichkeiten. Wir geben Einblick in die aktuelle Ausgabe, u.a. mit Ian Beacraft, Bill Kaulitz, Shirin David oder teamLab Gründer Toshiyuki Inoko!
#1 FUTURE VISIONS, ECONOMIC REALITIES
Ich hoffe, dass wir bis 2040 aufgehört haben, Effizienz als höchstes Ziel zu verehren. 150 Jahre lang war Produktivität gleichbedeutend mit Geschwindigkeit, Konsistenz und Skalierung. Doch AI schreibt diese Gleichung neu: Wenn Maschinen endlos optimieren können, liegt der Wert des Menschen in seiner Vorstellungskraft, seiner Ethik und seinem Urteilsvermögen. Wir replizieren nicht die menschliche Intelligenz in Silizium, wir replizieren die kognitive Intelligenz. Wahre menschliche Intelligenz ist multidimensional. Effizienz sollte das Fundament des Fortschritts sein, nicht sein Ziel.
Ian Beacraft, Chief Executive Officer & Chief Futurist, Signal & Cipher
#2 THE TECH FACTOR
Artificial Intelligence entwickelt sich vor unseren Augen von einer viel zitierten Innovation zur universellen Basistechnologie. So wie wir beim Einschalten des Lichts nicht über Strom und Generatoren nachdenken, werden wir uns in wenigen Jahren auch nicht mehr fragen, wo genau ein Sprach- oder Bildmodell im Hintergrund läuft.
Oskar Trautmann, Manager Strategy Agentic AI, Plan.Net Studios
#3 THE HUMAN FACTOR
Gute Ideen entstehen nicht aus dem, was schon war. Sondern aus dem, was noch niemand gedacht hat. Diese Art von Sprungdenken ist zutiefst menschlich. Und genau das wird mit der Zunahme an generischem Content immer wertvoller. Weil nur der Mensch wirklich weiss, wie man Aufmerksamkeit gewinnt.
Barbara Evans, Managing Partner, Mediaplus Group
#4 THE POWER OF COLLABORATION
Wir leben in einer Zeit, in der frühere Einschränkungen, wie begrenzte Formate und lineare Prozesse, nicht mehr gelten. Heute kannst du unendlich viele Assets für hochindividuelle Zielgruppen erstellen, mit AI schnell iterieren und über alle Touchpoints hinweg in Echtzeit optimieren. Das ist befreiend, aber auch überfordernd. «Together» ist die Antwort: Teams, Tools und Entscheidungen in einen gemeinsamen Rhythmus bringen.
Marc Verschoor, CEO & Managing Partner, Serviceplan Group The Netherlands
#5 BRAND FASCINATION & HYBRID BRAND EXPERIENCES
Viel zu viele Marken und Modelabels verstecken sich oft hinter kleinen, limitierten Pride-Capsules, die nett sind, aber kein echtes Commitment erfordern. Das fand ich so erfrischend an Rainbow Wool. Das Commitment ist hier ja schon im Produktionsprozess integriert. Gleichzeitig macht es im Kopf ganz viele Fragen auf. Wieso ist das Thema überhaupt noch ein Thema? Wieso ist es immer wieder nur der Mensch, der ein Problem mit Homosexualität hat? Und vor allem zeigt das Projekt, dass wir zusammen, die Liebe zueinander und unsere Liebe zu Tieren, viel stärker sind als alles, was aktuell als «normal» gilt. Man muss sich nur trauen.
Bill Kaulitz, Sänger, Songwriter, Model und Podcaster
#6 NEW LEADERSHIP & BRAND MANAGEMENT
Marken setzen den Begriff Community oft irrtümlich mit ihren Zielgruppen und Follower:innen gleich. Aber die Zielgruppe sind die Leute, denen man etwas verkauft, und die Follower: innen sind Leute, die einem zwar folgen, aber nur zuschauen und nicht interagieren. Die Community sind die Leute, die mit deinem Content und mit deiner Marke und mit dem, wofür du stehst als Marke, aktiv interagieren. Das bedeutet, diese Community hat dieselbe Sprache wie die Marke, benutzt dieselben Begriffe, teilt dieselben Memes, teilt dieselben Probleme, und das auch untereinander.
Shirin David, Content Creator, Künstlerin und Unternehmerin
#7 CREATIVITY & CO-CREATION
Ich glaube, dass alles in einer langen, fragilen, aber auch wundersamen und grenzenlosen Kontinuität existiert. Wenn Menschen in der Lage wären, die Welt auf diese Weise zu erfassen, würde sich ihre Wahrnehmung erweitern. Und je mehr man wahrnehmen kann, desto intensiver kann man die Welt erleben. Ich denke, das ist eine Form von Glück. Die Welt durch das Aufteilen in logische und sprachliche Einheiten zu verstehen, kann hilfreich und schön sein, aber es kann sie auch langweilig machen.
Toshiyuki Inoko, Künstler & Gründer teamLab
#8 THE VALUE OF COMMUNITY
Wenn du als Brand nur reinsliden willst, weil du schnell Klicks willst, wird’s peinlich. Die Community ist smart: sie erkennt den Unterschied zwischen Support und Ausverkauf. Wenn eine Marke aber wirklich zuhört, auf Augenhöhe agiert und vielleicht sogar selbst Teil der Kultur ist, dann kann das voll gut funktionieren.
Nura, Rapperin, Schauspielerin und Bestsellerautorin
#9 VELOCITY & EFFICIENCY
Velocity ist kein Ziel, das erreicht wird. Es ist ein Prinzip, das gelebt wird. Jeden Tag, in jeder Entscheidung, in jeder strategischen Weichenstellung. Die Zukunft gehört nicht den Schnellsten, sondern den Beweglichsten.
Jens-Christian Jensen, Chief Strategy Officer, Plan.Net Group
#10 COPORATE RESPONSIBILITY & TRUST
Ja, AI kann Content erzeugen. Aber Bedeutung schafft sie nicht von allein. Sie ist nicht die Künstlerin, sondern der Pinsel. Das Ergebnis hängt entscheidend von der Intention und Perspektive derjenigen ab, die den Prompt formulieren. Zwei Strateg:innen mögen mit demselben Briefing und denselben Datensätzen starten und dennoch entstehen völlig unterschiedliche Narrative, Bilder, Tonalitäten. Ihre Prompts spiegeln ihre individuellen Erfahrungen, Annahmen, Werte. Genau darin liegt die Rolle von Vielfalt: Sie prägt den Output entscheidend. Oft ist der grösste «Culture Shock» nicht, dass Menschen Dinge verschieden interpretieren, sondern dass etwas, was der einen Person selbstverständlich erscheint, der anderen überhaupt nicht in den Sinn kommt.
Rose Huang, Strategist, Mediaplus North America
#11 ORGANISATIONS OF TOMORROW
Genau hier verändert Artificial Intelligence die Spielregeln. Sie ist weder Abteilung noch Werkzeug, sondern ein Katalysator, der uns zwingt, den Fluss von Wissen, Daten und Intuition neu zu gestalten. Kreativität wird zu einem adaptiven Netzwerk, in dem Führung viel mehr mit Haltung zu tun hat als mit Titeln.
Stéphane Perrot, Chief Executive Officer, Serviceplan Group France
#12 HUMAN X TECH = TOGETHER WE ARE UNLIMITED
Junge Zielgruppen wollen keine makellosen Werbebilder mehr, sondern ehrliche und vielfältige Perspektiven. Wir erleben gerade einen deutlichen Shift: weg von Schubladen wie Generation X/Y/Z hin zu einer Ansprache, die auf Mindsets und Lifestyles basiert. Denn jemand kann mit 13 Hip- Hop hören und mit 83 immer noch. Alter wird zweitrangig, entscheidend ist die Haltung.
Franziska Gregor, Managing Director, Serviceplan Culture
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