Facit Digital-Studie: Smart Homes

Smart Home Monitor

09.05.2023

Facit Digital-Studie: Smart Homes an der Schwelle zum Massenmarkt

Nachdem der Milch-bestellende Kühlschrank 20 Jahre lang belächelt und das vernetzte Zuhause lange auf die prophezeite rosige Zukunft warten musste, ist es dieses Jahr soweit: 6,8 Millionen Menschen in Deutschland planen in den nächsten zwölf Monaten den Kauf ihres ersten Smart-Home-Geräts. 30,7 Millionen nutzen bereits heute mindestens ein smartes Gerät in ihrem Zuhause. 73 % davon wollen ihre Räumlichkeiten im nächsten Jahr weiter aufrüsten – das zeigt der „Smart Home Monitor 2023“ des Research- und Beratungsunternehmens Facit Digital. 

München, den 9. Mai 2023 – Smart Homes unterlagen einer langen Early-Adopter-Phase. 2023 soll nun ihr Durchbruch zum Massenmarkt in Deutschland stattfinden, wie der Smart Home Monitor von Facit Digital zeigt. Im März 2023 wurden 1.985 Erwachsene zwischen 18 und 90 Jahren in Deutschland repräsentativ zu Nutzung und Kaufverhalten im Smart-Home-Sektor befragt. Bis zu 18 % Wachstum wird der Markt in einzelnen Geschäftsfeldern in den nächsten zwölf Monaten laut Umfrage verzeichnen.

Am häufigsten werden aktuell smarte Lautsprecher und Beleuchtung genutzt. Die größten Wachstumspotenziale liegen bei smarten Heizungen und Thermostaten – mutmaßlich befeuert durch die hohen Energiepreise –, dicht gefolgt von smarter Beleuchtung, Lautsprechern, Staubsaugern und Steckdosen. Aber auch seltenere Anwendungen wie vernetzte Wetterstationen oder Videoüberwachung weisen voraussichtliche Wachstumsraten von über 15 % auf.

Wer nutzt die smarte Elektronik?

Die Smart-Home-Neulinge unterscheiden sich deutlich von den Early Adoptern: Während zu den User:innen bisher tendenziell jüngere Männer mit eigenen Häusern, hohem Einkommen und größeren Haushalten zählten, kommt das Thema nun in der Gesamtbevölkerung an. Zuwächse verzeichnet der Monitor vor allem beim Kaufinteresse folgender Zielgruppen: Frauen (52 % aller Kaufinteressierten), Ältere (33 %), Mieter:innen (64 %) und Normalverdienende (86 %). Auch einige Single- und Paarhaushalte (77 %) sind an Käufen interessiert. 70 % der Smart-Home-Neulinge wünschen sich zudem, dass die Produkte nach Einrichtung ihren Dienst tun und nicht weiter in Erscheinung treten. Diesem Wunsch stimmen nur 57 % der First Mover zu.

Auch die Kaufgründe verändern sich deutlich: Neben Komfort stand bei den Early Adoptern insbesondere der Spaß an der Technik im Vordergrund. Die neue Käuferschaft interessiert sich vor allem für einen nachhaltigen und ressourcenschonenden Lebensstil.

„In dieser Phase der Marktentwicklung ist es für Smart-Home-Anbieter wichtig, mit attraktiven Produkten die richtigen Käufer:innen anzusprechen, um die eigene Marke nachhaltig im Massenmarkt zu etablieren“, so Michael Wörmann, Managing Partner von Facit Digital. „Um im Markt Erfolg zu haben, müssen Produkte auf eine spezifische Zielgruppe zugeschnitten sein, nützliche Features bieten und einfach in der Handhabung sein. Marken müssen die Vorteile ihrer Produkte gut kommunizieren“, so der Customer-Experience-Experte.

Was Hersteller besser machen müssen

Der Smart Home Monitor zeigt, dass aktuell nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten mit dem Nutzwert ihrer Smart-Home-Produkte völlig zufrieden sind. Besonderen Nachholbedarf haben große und kleine Hausgeräte: Hier sind es nur 46 % bzw. 39 % der User:innen. Auch mit smarten Wetterstationen (42 %) und Lautsprechern (45 %) sind weniger als die Hälfte der Befragten zufrieden. 25 % aller Befragten sehen generell keinen Mehrwert im Gegensatz zu nicht-smarten Produkten und halten sich deshalb mit Käufen zurück. Um erfolgreich zu bleiben, müssen Anbieter den Produktnutzen künftig mehr in den Fokus stellen.

Auch beim Thema Bedienbarkeit ist die Zufriedenheit der Käufer:innen nicht sehr hoch, vor allem im Hinblick auf weniger technikaffine Zielgruppen: Gerade einmal 32 % sind zum Beispiel mit ihren smarten Rasenmähern völlig zufrieden. Auch bei großen Hausgeräten wie Waschmaschinen und Kühlschränken sind es nur 36 %. Unzufriedenheit herrscht zudem bei den Smart-Home-Zentralen: Mit der Usability von Alexa, Sprachassistent des Marktführers Amazon, sind nur 58 % völlig zufrieden. 

Weder die Trial-and-Error-Methode, die viele Fehlschläge in Kauf nimmt, noch die Orientierung am technisch Machbaren empfiehlt sich laut Michael Wörmann in dieser Phase der Marktentwicklung. Vielmehr sollten Anbieter jetzt auf ein kundenzentriertes Produktdesign setzen: „Alltägliche Kundenbedürfnisse müssen analysiert werden. Für Anbieter heißt das: Forschung betreiben, dadurch Investitionsrisiken minimieren und Wettbewerbsvorteile sichern. So können sie mit den besten Produktfeatures und einem intuitiven User Interface überzeugen“, ergänzt Michael Wörmann. 

 

Über Facit Digital

Facit Digital wurde 2016 gegründet und ist ein unabhängiges Research- und Beratungsunternehmen für Customer-Experience-Forschung. Die CX-Expert:innen sind Teil des House of Communication der Serviceplan Group. Mit einem umfassenden Set innovativer Forschungstools unterstützen sie ihre Kunden bei der Bestimmung von Zielgruppen, Ideation, Product Design, User Interface Design, Marketing und CRM. Zu den Kunden im Smart-Home-Bereich zählen u.a. Bosch Siemens Hausgeräte, Tado und Schindler. 

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Sabrina Alberti-Hager
Sabrina Alberti-Hager
Serviceplan Group
Corporate Communications
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