Eine KI-Welt braucht Emotionale Intelligenz

Julia Zimmermann

Julia Zimmermann

Managing Partner, Future Marketing

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Eine KI-Welt braucht Emotionale Intelligenz

Künstliche Intelligenz bietet Unternehmen neue Möglichkeiten in Sachen Effizienz, Inspiration oder Datenanalyse. Doch KI allein macht Unternehmen nicht zukunftssicher. Was es braucht, ist Emotionale Intelligenz (EI).

Das CMO-Barometer der Serviceplan Group zeigt: Marketingverantwortliche sehen in Künstlicher Intelligenz (KI) das wichtigste Thema für 2024. Tatsächlich kann es ein differenzierender Faktor sein, KI nutzbringend in Arbeitsabläufe zu integrieren, doch mit der technischen Implementierung ist es nicht getan: Für Unternehmen gilt es, KI mit den Schlüsselkompetenzen echte Emotion, Empathie und Entschlossenheit zu verbinden, um starke Beziehungen zu Kund:innen und Mitarbeitenden aufzubauen – und sich damit vom Wettbewerb abzuheben. Wie das funktioniert?

1. Emotional kommunizieren

Haben Sie schon einmal versucht, einen Liebesbrief mit ChatGPT zu schreiben? Das Ergebnis dürfte nur wenige überzeugen. KI kann zwar Kundenpräferenzen analysieren und personalisierte Nachrichten erstellen, aber glaubwürdig Gefühle vermitteln? Fehlanzeige! Menschen sehnen sich jedoch nach authentischen Botschaften. Unternehmen, die Emotionen zulassen und die richtige Tonalität im richtigen Kontext treffen, können mit ihren Markenbotschaften eine größere Resonanz beim Kunden erzielen. Mit echter Emotion sind zudem Purpose, Werte und Vision glaubwürdiger und einfacher vermittelbar – und diese Sinnstiftung wird bei Kund:innen wie Mitarbeitenden wichtiger.

2. Mitarbeitende mitnehmen

Der Einsatz von KI erfordert auf Seiten der Entscheider:innen Wissen um die Sorgen und Erwartungen der Mitarbeitenden, um sie auf den Weg mitzunehmen. Das Schlüsselwort lautet Empathie. Gerade in Zeiten von Generationenwechsel und Fachkräftemangel sind die richtigen Mitarbeiter:innen das höchste aber auch ein immer selteneres Gut. Sie müssen verstehen, was KI für sie und ihre Arbeit bedeutet – und damit auch, was es mit der Kultur im Unternehmen macht. Ein Thema, dass durch den Wertewandel in der Gesellschaft stärkere Aufmerksamkeit bekommt. Wichtig ist, die KI-Implementierung durch ein Kulturstärkungsprogramm zu ergänzen. Nur in diesem Rahmen werden sich Menschen eigenverantwortlich engagieren wollen.

3. Mit Entschlossenheit führen

KI trifft Vorhersagen und liefert Pro- und Contra-Listen. Doch wer trifft die mutigen Entscheidungen, die Unternehmen in Zukunft erfolgreich machen? Starke Führungskräfte erkennen frühzeitig Risiken und Chancen in einer sich immer schneller drehenden Welt und stellen flexibel wie entschlossen die richtigen Weichen. Das gilt nicht nur für das eigene Geschäft, sondern auch im Hinblick auf die Verantwortung als Akteur in Wirtschaft und Gesellschaft. Diese eindeutige Markenpositionierung spielt bei der Entscheidung von Konsument:innen für eine Marke oder auch potenziellen Mitarbeitenden für einen Arbeitgeber eine immer wichtigere Rolle.

Die Zukunft gehört Unternehmen, die Menschsein und Technologie in Einklang bringen und dadurch die Welt verändern. Lasst uns deshalb im Jahr 2024 nicht nur KI, sondern vor allem unsere EI trainieren!

 

 Zuerst erschienen im „Best Brands“-Sonderheft der WiWo.