Serviceplan & FC Zürich machen auf Strukturproblem im Frauenfußball aufmerksam

Frauenfußball – sponsored by: Night Shift, Extra Hours, Side/Job und Endless Work

19.03.2026

Weltklasse-Leistung auf dem Platz, aber Nebenjob-Realität daneben: Serviceplan entwickelt für die FC Zürich Frauen ein Trikot, das aussieht wie normales Sponsoring – und macht damit auf ein Strukturproblem im Frauenfußball aufmerksam.


Zürich / Hamburg, 19. März 2026.
Beim gestrigen Heimspiel des FC Zürich Frauen gegen den FC Luzern in der AXA Women's Super League, der höchsten Liga im Schweizer Frauenfussball, trugen die Spielerinnen Trikots mit auffälligen Sponsorenlogos. So weit, so gewöhnlich. Die Logos professionell gestaltet, auf den richtigen Flächen platziert – doch wer genauer hinsah, entlarvte die vermeintlichen Marken: Night Shift. Extra Hours. Side/Job. Endless Work. Keine echten Unternehmen, sondern die Realität von Spielerinnen, die ihren Profisport nebenberuflich finanzieren und dies nun erstmals auf dem Trikot tragen.

Die Idee stammt von den Kreativ-Agenturen Serviceplan Suisse, Serviceplan Hamburg und Serviceplan Culture in enger Zusammenarbeit mit dem FC Zürich und dessen Frauen-Fußball-Team. Sie ist einfach, präzise – und funktioniert auf den ersten Blick genauso, wie Sponsoring funktionieren sollte: Als Bild, das man nicht mehr vergisst.

Der Insight: Sponsoring-Ästhetik als Waffe

Das kreative Fundament der Kampagne make-football-my-only-job.com ist eine Verfremdung, die sich selbst erklärt. Die Trikot-Logos sehen aus wie echte Sponsoren – weil sie so gestaltet und platziert wurden. Night Shift könnte eine Energydrink-Marke sein. Side/Job klingt wie ein Fintech-Startup. Endless Work wie ein Productivity-Tool. Beim zweiten Blick kippt das Bild: Diese „Marken" sind fiktiv, sie beschreiben den Alltag von Fußballerinnen, die nach dem Training noch (Nacht)Schicht schieben, um sich ihre Weltklasse-Leistung auf dem Platz finanziell ermöglichen zu können.

Der Effekt ist kalkuliert: Wer aus der Distanz schaut, sieht vermeintlich normales Trikotsponsoring. Wer liest, versteht das Strukturproblem. Und wer beides zusammenbringt, hat eine Geschichte, die man weitererzählen will.

Die Zahlen hinter der Gestaltung

Die Zahlen hinter der Aktion sind konkret: Nahezu jede Spielerin in der AXA Women's Super League verdient mit ihrer Leistung auf dem Fußball-Platz nicht ausreichend Geld, um sich vollständig darauf zu fokussieren. 7 von 10 Spielerinnen der Liga gehen 20 bis 40 Stunden pro Woche einem Nebenjob nach – häufig für weniger als 1.000 Franken im Monat – während sie gleichzeitig bis zu 25 Stunden wöchentlich trainieren. Die Folgen sind messbar: weniger Schlaf, kürzere Regenerationszeiten, eingeschränkte kognitive Verfügbarkeit für das, was im Leistungssport über Sieg und Niederlage entscheidet. Und die Fiktiv-Logos auf dem Trikot übersetzen diese Zahlen in eine Bildsprache, die kein Diagramm oder wirtschaftliche Analyse leisten könnte.

Die Mechanik: Das Bild, das den Artikel mitschreibt

Die Trikot-Aktion ist eingebettet in eine mehrstufige Kampagnen-Strategie: Im Vorfeld sorgen Digital Out-of-Home (DOOH) Motive, klassische Außenwerbung rund ums Stadion und Social-Media-Ads für Aufmerksamkeit. Am Spieltag selbst wird die Aktion durch Bandenwerbung im Stadion verstärkt und findet ihren kreativen Höhepunkt mit den Trikots auf dem Platz.

Die begleitende Microsite MakeFootballMyOnlyJob.com liefert Longform-Content – persönliche Einblicke und Portraits der beteiligten Spielerinnen – und enthält einen direkten Call-to-Action für potenzielle Sponsoren, die den FC Zürich und den Frauenfußball unterstützen möchten.

Das Argument an potenzielle Sponsoren

„Entscheidend ist, dass wir nicht einfach eine Kampagne entwickelt haben, sondern die Realität abbilden. Das Trikot ist nicht die Lösung – das Trikot ist das Problem. Und genau deshalb ist es die Lösung. Die Logos sind professionell gestaltet, weil es professionelle Sportlerinnen sind, die jedoch unter Doppelbelastung stehen. Was auf dem Trikot steht, ist keine Kritik. Es ist eine Einladung an alle Marken, die eigentlich dort stehen sollten”, sagen Jakob Eckstein, Managing Director Creative bei Serviceplan Hamburg, und Raul Serrat, Chief Creative Officer & Partner Serviceplan Suisse.

Das Wachstumspotenzial des Feldes ist dokumentiert: Frauenfußball boomt. Die UEFA Women's EURO verzeichnet von Turnier zu Turnier neue Zuschauerrekorde. Wer heute einsteigt, besetzt eine Fläche, auf der morgen Wettbewerb herrscht. MakeFootballMyOnlyJob.com ist keine klassische Awareness-Kampagne. Sie ist ein Argument in der Sprache, die Aufmerksamkeit am besten versteht: dem Bild.

Über die Initiative
MakeFootballMyOnlyJob.com ist eine Initiative des FC Zürich Frauen in Zusammenarbeit mit der Serviceplan Group. Sie richtet sich an Sponsoren, Verbände und Medienpartner mit dem Ziel, professionelle Strukturen im Frauenfußball als Standard zu etablieren – nicht als Ausnahme.

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Lea Nover
Lea Nover
Serviceplan Group
Corporate Communications
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