Unsere Updates von der SXSW 2026

Die Anreise nach Austin fühlt sich in diesem Jahr anders an. Das politische Klima in den USA wirft lange Schatten, und für viele internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer war die Entscheidung, nach Texas zu reisen, mit mehr Zögern verbunden als sonst. Und dann ist da noch das, was einen bei der Ankunft erwartet.

Das Austin Convention Center – jahrzehntelang das pulsierende Herz des Festivals – existiert nicht mehr. Abgerissen, um Platz für etwas Neues zu schaffen. Die Hallen, in denen man früher stundenlang für eine Keynote anstand (manchmal ums gesamte Gebäude herum, wie zuletzt bei Michelle Obama), oder in denen man zufällig in ein überfülltes Promi-Q&A stolperte, gibt es nicht mehr. In diesem Jahr verteilt sich die Konferenz auf noch mehr Hotels und kleinere Veranstaltungsorte als zuvor. Etwas zerstreuter – aber auch etwas menschlicher.

Auch die großen Namen und publikumswirksamen Stars sind weitgehend abwesend. Keine Stadionmomente. Kein sorgfältig inszeniertes Spektakel. Und doch – vielleicht ist genau das, was 2026 braucht. Denn was bleibt, wenn man das Scheinwerferlicht und die großen Showmomente wegnimmt, ist das Gespräch. Und die Gespräche beim SXSW in diesem März könnten zu den dringlichsten in der Geschichte des Festivals gehören.

 

DIE MASCHINE IM RAUM

Amy Webb macht keinen Hype. Die CEO der Future Today Strategy Group trennt seit Jahren Signal von Rauschen – und ihr jährlicher Emerging Tech Trend Report gehört zu den meisterwarteten Sessions im gesamten SXSW-Kalender. In diesem Jahr kündigt sie etwas an, das sie noch nie zuvor gemacht hat: eine Provokation, die verändern könnte, wie wir Trends erkennen und auf sie reagieren. Das Thema? Kreative Zerstörung. Der empfohlene Dresscode? Schwarz.

KI ist natürlich allgegenwärtig – und das sollte sie auch sein. Doch die Debatte hat sich weiterentwickelt. Während die Sessions des Vorjahres noch darüber diskutierten, ob man KI-Tools überhaupt einsetzen sollte, stellt sich 2026 eine schwierigere Frage: Bauen wir die richtigen Organisationen, um sie zu nutzen? Ian Beacraft wird argumentieren, dass die meisten Unternehmen bei KI scheitern – nicht weil die Technologie nicht bereit wäre, sondern weil die Strukturen drum herum bereits veraltet sind. Die Gewinner dieser Ära werden nicht zwangsläufig die schnellsten Adopter sein, sondern jene, die grundlegend neu gestalten, wie Arbeit organisiert wird.

 

VERBINDUNG ALS NEUE GRENZE

Gibt es einen einzigen roten Faden, der sich durch das gesamte Programm zieht, dann ist es die Sehnsucht nach echter menschlicher Verbindung in einer zunehmend automatisierten und isolierten Welt. Kasley Killam – deren SXSW-Keynote 2025 zum Thema soziale Gesundheit eine globale Debatte auslöste – kehrt mit neuen Erkenntnissen und einer mutigen Prognose zurück: Soziale Gesundheit steht heute dort, wo mentale Gesundheit vor 10 bis 15 Jahren stand. Das Gute daran? Ein Wendepunkt ist in Sichtweite.

Dieses Thema zieht sich auf unerwartete Weise durch die gesamte Woche. Rohit Bhargava vertritt seit Langem die Überzeugung, dass „Menschen, die Menschen verstehen, immer gewinnen werden" – doch in einer Welt, die zunehmend von Algorithmen und KI-generierten Inhalten geprägt wird, war diese Haltung nie dringlicher. Sie zeigt sich überall: in Sessions über Brand Communities, die eigene Welten mit eigener Logik, Sprache und Loyalität aufbauen. In einer Einzelhandelsbranche, die physische Räume in Bühnen der Unterhaltung verwandelt, um kulturelle Relevanz zurückzugewinnen. Und in der Spielebranche, deren Marktvolumen von 250 Milliarden US-Dollar nicht zu ignorieren ist – und die uns daran erinnert, dass das Spielen einer der letzten Räume ist, in denen Menschen wirklich zusammenkommen und gemeinsam etwas fühlen. Sogar Disney ist wieder dabei – und während die Session des Vorjahres über die Zukunft des World-Buildings mit Überraschungsgästen wie Robert Downey Jr. und Jon Favreau tagelang für Staunen sorgte, stellt sich in diesem Jahr die härtere Folgefrage: Wie hält man diese Welten für kommende Generationen lebendig?

 

WAS ZERSTÖRT WIRD, WAS ENTSTEHT

Kreative Zerstörung ist nicht nur Amy Webbs Thema – es ist möglicherweise die stille Logik des SXSW 2026 selbst. Die alten Formate sind verschwunden. Die alten Gewissheiten über KI, über Marken, über die Art, wie Menschen sich verbinden, werden in Echtzeit demontiert. Was sie ersetzt, wird noch herausgearbeitet – in Hotelballsälen quer durch Austin, ein Gespräch nach dem anderen.

Dafür war das SXSW schließlich immer da.

Die SXSW war schon immer ein verlässlicher Seismograph für Themen, die Entertainment, Marketing und Business im kommenden Jahr prägen werden. Lange war das Austin Convention Center mit seinem charmant angestaubten 90er-Jahre-Flair das Zentrum der Konferenz. Dieses Jahr: eine Baugrube. Abgerissen, Neubau in Arbeit, fertig irgendwann. Die SXSW 2026 findet bunt verstreut über die Konferenzräume der Hotels in Downtown statt. Es ist meine neunte SXSW und irgendetwas fehlt und fühlt sich anders an.

Passend dazu der inhaltliche Einstieg auf der SXSW-Bühne. Die Journalistin und Bestsellerautorin Jennifer B. Wallace eröffnet die Konferenz nicht mit einer Prognose über Technologie, sondern mit einer Frage über menschliches Verhalten: Wir stecken mitten in einer der größten Innovationswellen der Geschichte und was tun wir? Wir greifen nach der Vergangenheit. Vinyl-Verkäufe auf Rekordhoch. Menschen fahren stundenlang, um Restaurants zu besuchen, die aussehen wie 1995. Ihre These: Wir vermissen nicht die Dinge. Wir vermissen das Gefühl – die Zugehörigkeit, die früher Alltag war.

Diese Beobachtung zieht sich durch die ersten drei Konferenztage. Viele Sessions kommen aus völlig unterschiedlichen Richtungen zum selben Punkt: Die Disruption, die KI in der Geschäftswelt verursacht, bekommt die ganze Aufmerksamkeit. Die Disruption im Leben der Menschen, der Konsument:innen, wird kaum diskutiert.

 

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Was KI mit den Menschen macht, die wir als Marketer erreichen wollen, ist ein zentrales Thema auf der diesjährigen SXSW-Konferenz. Wie Emotional Outsourcing, sprachliche Beeinflussung durch KI und wachsende soziale Isolation die Konsument:innen schleichend, aber sichtbar verändern.

Aber was heißt das konkret für Marken? Wie muss Kommunikation aussehen, wenn sich Zielgruppen, das kulturelle Umfeld und die Art, wie Menschen Produkte entdecken, gleichzeitig verschieben? Diese Frage zieht sich durch die gesamte Konferenz und spiegelt sich in drei konkreten Beobachtungen wider.

 

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12.-18.03.2026 | Austin, Texas

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Nach der SXSW laden wir Sie zu unserem Insights-Webinar ein. Die spannendsten Trends, Themen, Learnings, Erkenntnisse und Eindrücke fassen wir für Sie zusammen und bereiten diese für einen Gesamtüberblick auf.

Außerdem analysieren wir, welchen Einfluss die Inhalte der Messe auf unser Daily Business haben und wie wir sie konkret nutzen können. 

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Nach dem Event erhalten Sie unseren SXSW Trend-Report mit den aktuellsten Chancen und Herausforderungen für Ihr Unternehmen.

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Schauen Sie mit uns zurück auf die SXSW 2025. Unsere Expert:innen waren vor Ort dabei, gaben täglich spannende Insights und ein Recap der letztjährigen Conference.
 

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Sabine Rössing
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